Verletzung, Verzweiflung, Versuchung - Der Weg zum Doping
Jetzt ist es endgültig raus. Bernhard Kohl hat nach seinem Sturz bei der Dauphiné Libéré im Juni zum EPO-Präparat CERA gegriffen. Das hat er am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz in Wien-Schwechat gestanden. Also, "Pressekonferenz" ist jetzt ein bisserl übertrieben. Im Grunde war's ein Exklusivtermin für Kronenzeitung und ORF. Wie die zu dieser Ehre gekommen sind? Man weiß es nicht so genau. Aber man kann scheinbar aus allem Kapital schlagen...
Bernhard Kohl tut es jedenfalls unglaublich leid, das hat man ihm auch angesehen. Er hätte aus Verzweiflung heraus gehandelt. Die Zukunft des Teams Gerolsteiner hing ja damals schon arg in der Luft, ohne große Erfolge hätte Kohl vielleicht keinen neuen Sponsor gefunden. Und dann kommen irgendwelche netten Menschen, sagen "Na komm schon, nur für jetzt, nur dieses eine Mal! Das kann man nicht nachweisen, wirklich!" und tschack, hat er schon die Injektion. "Es ist wie auf der Autobahn. Da fahren auch alle 160, wenn sie wissen, dass da kein Radar steht", sagt er. Blöd nur, dass man sich darauf weder auf der Autobahn, noch im realen Leben verlassen sollte...
CERA kann man jetzt doch nachweisen. Das weiß der vermeintliche Tour de France-Dritte seit man seinen Zimmerkollegen Schumacher des Dopings überführt hat. Seither saß er wie auf Nadeln. Trotzdem war da noch irgendwie die Hoffnung, dass er doch vielleicht irgendwie durchrutschen könnte.
War wohl nix, seit Montag weiß es die Öffentlichkeit, er weiß es schon länger. Und gestern ist er auch tatsächlich mit dem Geständnis rausgerückt.

© www.roth-foto.de
Sein Manager Matschiner und er selbst heischen nach Verständnis. Er sei eben auch nur ein Mensch und er sei damals sehr verzweifelt gewesen. Gedopt habe er vorrangig wegen der Verletzung. Was man dem Wahl-Klagenfurter zugute halten muss: Das Geständnis war klar und deutlich, er ist mit der Wahrheit rausgerückt, bevor es völlig peinlich wurde (wie bei gewissen anderen Kollegen...). "Ja, ich habe gewusst, dass es illegal ist. Die Versuchung war einfach zu groß!"
Trotzdem: diese Geschichte mit der "überdopten" Verletzung ist so eine Sache. Der Sturz passierte am 11. Juni, die TdF startete am 5. Juli, sprich keinen Monat danach. Und das C in CERA steht für Continous, das neueste EPO-Präparat ist also so super, weil es langsamer abgebaut wird und länger anhält, 3 - 4 Wochen nämlich. Die überdurchschnittliche Leistung Kohls bei der Tour hat also ziemlich sicher auch ganz direkt etwas mit dem Doping zu tun.
Schade! kann man da nur sagen. Und doppelt schade, dass inzwischen jede außerordentliche sportliche Leistung sehr skeptisch betrachtet werden muss...
Bernhard Kohl tut es jedenfalls unglaublich leid, das hat man ihm auch angesehen. Er hätte aus Verzweiflung heraus gehandelt. Die Zukunft des Teams Gerolsteiner hing ja damals schon arg in der Luft, ohne große Erfolge hätte Kohl vielleicht keinen neuen Sponsor gefunden. Und dann kommen irgendwelche netten Menschen, sagen "Na komm schon, nur für jetzt, nur dieses eine Mal! Das kann man nicht nachweisen, wirklich!" und tschack, hat er schon die Injektion. "Es ist wie auf der Autobahn. Da fahren auch alle 160, wenn sie wissen, dass da kein Radar steht", sagt er. Blöd nur, dass man sich darauf weder auf der Autobahn, noch im realen Leben verlassen sollte...
CERA kann man jetzt doch nachweisen. Das weiß der vermeintliche Tour de France-Dritte seit man seinen Zimmerkollegen Schumacher des Dopings überführt hat. Seither saß er wie auf Nadeln. Trotzdem war da noch irgendwie die Hoffnung, dass er doch vielleicht irgendwie durchrutschen könnte.
War wohl nix, seit Montag weiß es die Öffentlichkeit, er weiß es schon länger. Und gestern ist er auch tatsächlich mit dem Geständnis rausgerückt.

© www.roth-foto.de
Sein Manager Matschiner und er selbst heischen nach Verständnis. Er sei eben auch nur ein Mensch und er sei damals sehr verzweifelt gewesen. Gedopt habe er vorrangig wegen der Verletzung. Was man dem Wahl-Klagenfurter zugute halten muss: Das Geständnis war klar und deutlich, er ist mit der Wahrheit rausgerückt, bevor es völlig peinlich wurde (wie bei gewissen anderen Kollegen...). "Ja, ich habe gewusst, dass es illegal ist. Die Versuchung war einfach zu groß!"
Trotzdem: diese Geschichte mit der "überdopten" Verletzung ist so eine Sache. Der Sturz passierte am 11. Juni, die TdF startete am 5. Juli, sprich keinen Monat danach. Und das C in CERA steht für Continous, das neueste EPO-Präparat ist also so super, weil es langsamer abgebaut wird und länger anhält, 3 - 4 Wochen nämlich. Die überdurchschnittliche Leistung Kohls bei der Tour hat also ziemlich sicher auch ganz direkt etwas mit dem Doping zu tun.
Schade! kann man da nur sagen. Und doppelt schade, dass inzwischen jede außerordentliche sportliche Leistung sehr skeptisch betrachtet werden muss...













