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It's all about Most!
Warum heißt das Mostviertel Mostviertel? Hm, möglicherweise wegen dem Most...
Wenn man aber ein Stück weiterdenkt, heißt das doch schon einiges: Ein ganzes Viertel des größten Bundeslandes Österreichs nach einem einzigen Getränk zu benennen. Schließlich gibt’s ja auch kein Tiroler Speckknödel-Eck oder ein Kärntner Kasnudel-Land, ja nicht einmal zu einer Wiener Schnitzelstraße hat man sich hinreißen lassen. Nein, nur der Most und grad einmal noch der Wein nebenan, haben’s jeweils auf ein ganzes Viertel gebracht.
Und warum darf sich grade das Mostviertel den Most aufs Wappen heften. Most gibt’s ja wohl ziemlich überall, wo’s Apfelbäume gibt. Und da haben wir’s auch schon. Weil für den berühmten Mostviertler Most müssen hauptsächlich Birnen in die Presse. Ein bisschen Apfelmost gibt’s zwar auch, aber der Most, wegen dem das Mostviertel heißt, wie es heißt, das ist eben der Birnenmost. Weil die dafür notwendigen Most-Birnen sich nirgends sonst so wohl fühlen wie im südwestlichen Niederösterreich.

Birnenmost ist fruchtiger, ein bisschen süßer und samtiger als der eher herb-säuerliche Apfelmost. Wobei sich der Birnenmost auch gut mit dem Apfelmost verträgt. Es können sich da ganz spitzenmäßige, fruchtig-spritzige Most-Mischungen ergeben, wenn man’s richtig macht. Auch sehr fein sind Cuvées aus verschiedenen harmonischen Birnensorten. Vielen erfahrenen Mostdipplern schmecken solche Mischungen sogar besser als die sortenreinen Moste. Also: nix einreden lassen, auch eine Mischung kann hervorragend sein. Und an einem heißen Sommernachmittag geht nix über einen g’spritzen Most, auch wenn manche „Experten“ der Meinung sind, man darf guten Most genauso wenig spritzen wie guten Wein. Ist halt die Frage, wie sinnvoll es ist, ein Riesen-Tam Tam um etwas zu machen, das vor 50 Jahren noch das ultimative Bauerngetränk war…
Die Most-Tradition hat ihre Anfänge schon bei den alten Römern, das ist also kein neuartiger Trend wie gewisse Landeshauptstädte, die’s ja auch im Mostviertel geben soll. Zwischen Römern und heute hat sich Most zu einem derartigen Modegetränk entwickelt, dass sogar kuks wie Maria Theresia und der Kaiser Josef II. lustige Gesetze zur Most-Erhaltung erlassen haben. Der Seppl-Kaiser war zum Beispiel der festen Überzeugung, dass zu jedem Bauern-Ehepaar nicht eineinhalb Kinder sondern auf jeden Fall mindestens zwei Mostbäume gehören, die dann sofort nach der Hochzeit gepflanzt werden mussten. Noch vor den Kindern.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte der Most dann eine schwere Krise. Davor in der Weltwirtschaftskrise war Most das Getränk der Stunde. Weniger wegen seines guten Geschmacks, sondern weil man mit Most relativ viel Alkohol um ziemlich wenig Geld kriegen konnte. (Vergleich: Bier: 5 Volumsprozent, Most: 4 bis 8). Nach dem Krieg ging’s mit der Wirtschaft langsam, aber sicher wieder aufwärts. Und weil die Leut ein bisserl undankbare Gfraster sind (nur im Hinblick auf den Most natürlich), wollten sie auf einmal nur noch stylisches Kracherl, Bier und Wein. Viele Most-Bäume mussten in dieser Zeit dran glauben. Was schade ist, weil ein Mostbaum bis zu 30 Jahre braucht, bis er anständige Erträge liefert.
Aber alles hat seine guten Seiten: Gerade in den ansonsten recht geschmacklosen 80ern feierte der Most sein Comeback. Und war besser als je zuvor. Auf einmal wurde Wert auf Qualität gelegt, schöne Begriffe wie „Sortenreinheit“ und „Veredelung“ feierten Einzug ins Most-Wörterbuch. Der Most wurde wie Wein in Geschmacksrichtungen eingeteilt: mild, halbmild, kräftig und resch. Mostprämierungen, Gütesiegel und ähnliches sorgen für immer besseren Most. Das ist gut, solang es nicht übertrieben wird. Immerhin ist es jetzt möglich, einen Most zu bestellen, der einem schmeckt, ohne sich blindlings auf die Beschreibung des Mostbauern verlassen zu müssen.

Rund um diesen besseren Most lässt es sich jetzt wieder ähnlich gut leben, wie damals in den alten Zeiten, als der Most als das Gold der Region galt. Endlich wird der Most so vermarktet wie es ihm zusteht. 2005 wurde das Mostviertel wegen seines Birnenmostes als Genuss Region Österreich ausgezeichnet. Kein Wunder, weil a ordentliche Brettljausn mit einem Krug Most an einem lauschigen Sommerabend beim idyllischen Mostheurigen gehört eindeutig zu den ganz großen Genuss-Erlebnissen in unseren Breiten. Und ist nebenbei herrlich unkompliziert und erstaunlich leistbar.

Inzwischen kann man den Most schon verkosten wie Wein. Der Tourismusverband Moststraße hat gemeinsam mit anderen Mostgegenden einen Most+Kost-Leitfaden zum Mostdegustieren, zu den Geschmacksrichtungen und zur Sensorik des Mosts herausgegeben, den man sich auf www.mostrezepte.at kostenlos runterladen kann.
Dort findet man übrigens auch einen Haufen von Kochrezepten rund um den Most. Der goldene Obstwein eignet sich nämlich auch ganz hervorragend als charaktergebende Zutat zu Mostbratl, Mostsuppe oder Mostrisotto.

Und weil’s so schön ist, unten gleich ein Rezept zum Nachkochen. Und auch wenn das dann vielleicht schon sehr gut schmeckt, lasst euch gesagt sein: mit dem Most ist es wie mit allen anderen Spezialitäten. So gut wie in der Buschenschank im Mostviertel selber schmeckt er einfach nirgends…
Mostsuppe mit Kürbis und Schwarzbrotcroutons
(Küchenmeister Christian Gaspar)
Zutaten für 4 Personen:
50 g Schalotten
80 g Wurzelwerk
60 g Butter
150 g Kürbisfleisch (am besten eignen sich Muskat, Hokkaido, Butternuss, Roter Zentner)
1 Knoblauchzehe
50 g Creme Fraiche
½ l Wasser (oder Apfelsaft)
½ l kräftiger bis rescher Most (nach Geschmack)
30 g Kürbiskerne
80 g Erdäpfel
200 g Obers
Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer
Zubereitung:
Die klein geschnittenen Schalotten in Butter anschwitzen. Das würfelig geschnittene Gemüse (Wurzelwerk, Kürbis, Erdäpfel, Knoblauch) zugeben und kurz durchrösten. Mit Most ablöschen und mit Wasser (Apfelsaft) aufgießen. Aufkochen lassen damit alles weich ist, danach mit Salz, Pfeffer, Cayenne abschmecken, mit dem Mixstab gut durchpürieren. Konsistenz ev. mit Wasser strecken. Danach nochmals unter Zugabe von 100 g Obers und Creme Fraiche aufkochen, nötigenfalls nach-abschmecken. Restlichen Obers halbsteif schlagen und kurz vor dem Servieren einmixen. mit geröstetem Schwarzbrotwürfeln bestreuen und ev. mit einem TL Kürbiskernöl (nach Geschmack) verzieren.
Foto-Credits:
Alle Bilder: © Mostviertel Tourismus, weinfranz.at
Wenn man aber ein Stück weiterdenkt, heißt das doch schon einiges: Ein ganzes Viertel des größten Bundeslandes Österreichs nach einem einzigen Getränk zu benennen. Schließlich gibt’s ja auch kein Tiroler Speckknödel-Eck oder ein Kärntner Kasnudel-Land, ja nicht einmal zu einer Wiener Schnitzelstraße hat man sich hinreißen lassen. Nein, nur der Most und grad einmal noch der Wein nebenan, haben’s jeweils auf ein ganzes Viertel gebracht.
Und warum darf sich grade das Mostviertel den Most aufs Wappen heften. Most gibt’s ja wohl ziemlich überall, wo’s Apfelbäume gibt. Und da haben wir’s auch schon. Weil für den berühmten Mostviertler Most müssen hauptsächlich Birnen in die Presse. Ein bisschen Apfelmost gibt’s zwar auch, aber der Most, wegen dem das Mostviertel heißt, wie es heißt, das ist eben der Birnenmost. Weil die dafür notwendigen Most-Birnen sich nirgends sonst so wohl fühlen wie im südwestlichen Niederösterreich.

Birnenmost ist fruchtiger, ein bisschen süßer und samtiger als der eher herb-säuerliche Apfelmost. Wobei sich der Birnenmost auch gut mit dem Apfelmost verträgt. Es können sich da ganz spitzenmäßige, fruchtig-spritzige Most-Mischungen ergeben, wenn man’s richtig macht. Auch sehr fein sind Cuvées aus verschiedenen harmonischen Birnensorten. Vielen erfahrenen Mostdipplern schmecken solche Mischungen sogar besser als die sortenreinen Moste. Also: nix einreden lassen, auch eine Mischung kann hervorragend sein. Und an einem heißen Sommernachmittag geht nix über einen g’spritzen Most, auch wenn manche „Experten“ der Meinung sind, man darf guten Most genauso wenig spritzen wie guten Wein. Ist halt die Frage, wie sinnvoll es ist, ein Riesen-Tam Tam um etwas zu machen, das vor 50 Jahren noch das ultimative Bauerngetränk war…
Die Most-Tradition hat ihre Anfänge schon bei den alten Römern, das ist also kein neuartiger Trend wie gewisse Landeshauptstädte, die’s ja auch im Mostviertel geben soll. Zwischen Römern und heute hat sich Most zu einem derartigen Modegetränk entwickelt, dass sogar kuks wie Maria Theresia und der Kaiser Josef II. lustige Gesetze zur Most-Erhaltung erlassen haben. Der Seppl-Kaiser war zum Beispiel der festen Überzeugung, dass zu jedem Bauern-Ehepaar nicht eineinhalb Kinder sondern auf jeden Fall mindestens zwei Mostbäume gehören, die dann sofort nach der Hochzeit gepflanzt werden mussten. Noch vor den Kindern.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte der Most dann eine schwere Krise. Davor in der Weltwirtschaftskrise war Most das Getränk der Stunde. Weniger wegen seines guten Geschmacks, sondern weil man mit Most relativ viel Alkohol um ziemlich wenig Geld kriegen konnte. (Vergleich: Bier: 5 Volumsprozent, Most: 4 bis 8). Nach dem Krieg ging’s mit der Wirtschaft langsam, aber sicher wieder aufwärts. Und weil die Leut ein bisserl undankbare Gfraster sind (nur im Hinblick auf den Most natürlich), wollten sie auf einmal nur noch stylisches Kracherl, Bier und Wein. Viele Most-Bäume mussten in dieser Zeit dran glauben. Was schade ist, weil ein Mostbaum bis zu 30 Jahre braucht, bis er anständige Erträge liefert.
Aber alles hat seine guten Seiten: Gerade in den ansonsten recht geschmacklosen 80ern feierte der Most sein Comeback. Und war besser als je zuvor. Auf einmal wurde Wert auf Qualität gelegt, schöne Begriffe wie „Sortenreinheit“ und „Veredelung“ feierten Einzug ins Most-Wörterbuch. Der Most wurde wie Wein in Geschmacksrichtungen eingeteilt: mild, halbmild, kräftig und resch. Mostprämierungen, Gütesiegel und ähnliches sorgen für immer besseren Most. Das ist gut, solang es nicht übertrieben wird. Immerhin ist es jetzt möglich, einen Most zu bestellen, der einem schmeckt, ohne sich blindlings auf die Beschreibung des Mostbauern verlassen zu müssen.

Rund um diesen besseren Most lässt es sich jetzt wieder ähnlich gut leben, wie damals in den alten Zeiten, als der Most als das Gold der Region galt. Endlich wird der Most so vermarktet wie es ihm zusteht. 2005 wurde das Mostviertel wegen seines Birnenmostes als Genuss Region Österreich ausgezeichnet. Kein Wunder, weil a ordentliche Brettljausn mit einem Krug Most an einem lauschigen Sommerabend beim idyllischen Mostheurigen gehört eindeutig zu den ganz großen Genuss-Erlebnissen in unseren Breiten. Und ist nebenbei herrlich unkompliziert und erstaunlich leistbar.

Inzwischen kann man den Most schon verkosten wie Wein. Der Tourismusverband Moststraße hat gemeinsam mit anderen Mostgegenden einen Most+Kost-Leitfaden zum Mostdegustieren, zu den Geschmacksrichtungen und zur Sensorik des Mosts herausgegeben, den man sich auf www.mostrezepte.at kostenlos runterladen kann.
Dort findet man übrigens auch einen Haufen von Kochrezepten rund um den Most. Der goldene Obstwein eignet sich nämlich auch ganz hervorragend als charaktergebende Zutat zu Mostbratl, Mostsuppe oder Mostrisotto.

Und weil’s so schön ist, unten gleich ein Rezept zum Nachkochen. Und auch wenn das dann vielleicht schon sehr gut schmeckt, lasst euch gesagt sein: mit dem Most ist es wie mit allen anderen Spezialitäten. So gut wie in der Buschenschank im Mostviertel selber schmeckt er einfach nirgends…
Mostsuppe mit Kürbis und Schwarzbrotcroutons
(Küchenmeister Christian Gaspar)
Zutaten für 4 Personen:
50 g Schalotten
80 g Wurzelwerk
60 g Butter
150 g Kürbisfleisch (am besten eignen sich Muskat, Hokkaido, Butternuss, Roter Zentner)
1 Knoblauchzehe
50 g Creme Fraiche
½ l Wasser (oder Apfelsaft)
½ l kräftiger bis rescher Most (nach Geschmack)
30 g Kürbiskerne
80 g Erdäpfel
200 g Obers
Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer
Zubereitung:
Die klein geschnittenen Schalotten in Butter anschwitzen. Das würfelig geschnittene Gemüse (Wurzelwerk, Kürbis, Erdäpfel, Knoblauch) zugeben und kurz durchrösten. Mit Most ablöschen und mit Wasser (Apfelsaft) aufgießen. Aufkochen lassen damit alles weich ist, danach mit Salz, Pfeffer, Cayenne abschmecken, mit dem Mixstab gut durchpürieren. Konsistenz ev. mit Wasser strecken. Danach nochmals unter Zugabe von 100 g Obers und Creme Fraiche aufkochen, nötigenfalls nach-abschmecken. Restlichen Obers halbsteif schlagen und kurz vor dem Servieren einmixen. mit geröstetem Schwarzbrotwürfeln bestreuen und ev. mit einem TL Kürbiskernöl (nach Geschmack) verzieren.
Foto-Credits:
Alle Bilder: © Mostviertel Tourismus, weinfranz.at












