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25.Feb.2008 - 14:53, Kategorien: Wo die bergziege schon überall war | Bad Gastein
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Jamming in G-Valley

Am Freitag, 22. Februar, lautete die Mission: Going to G-Valley. Also ab ins schöne Gasteinertal, zwecks authentischer Berichterstattung von der diesjährigen Jam Session. Also trennte ich mich von unserem See-Domizil, was bei gar nicht februarischen 14 Grad und einem Sonnenschein, der schon fast eine Frechheit war, eine ganz schöne Herausforderung darstellte. Dann holte ich meinen Schatz ab, der dann meinen Milo Richtung Tauernschleuse manövrierte. (Begründung: "I for schnöller!") Übrigens traditionell grantig, wie immer, wenn wir ins Tal meiner wilden, längst vergangenen Zeiten fahren.





Und ja genau, Tauernschleuse, weil diesmal hab ich der Asfinag was gepfiffen und mit meinem Geld lieber die ÖBB gesponsert. Und weil wir den Zug punktgenau erwischten, waren wir auch in Windeseile (wirklich, das geht mit der ÖBB!) im Gasteinertal und ich wieder mal erstaunt, wie nah Kärnten und Salzburg eigentlich beinander liegen.





Angekommen auf der anderen Tauernseite sahen wir doch tatsächlich: Schnee! Richtig echten Schnee abseits einer Skipiste. Unglaublich!



Der Weg von Böckstein nach Bad Gastein war ein ungewohnt zacher, weil sich eine ziemliche Autokolonne vor uns durch den Ort wälzte. Ich vermute mal, sie kamen aus Sportgastein und nicht aus dem gsunden Heilstollen. Irgendwann schafften wir’s dann doch und weil’s grad 16 Uhr war, genehmigten wir uns gleich mal eine Portion Jam Session-Quali.




Nur kurz zu den Fakten: Das Slopestyle Setup bestand wie schon letztes Jahr aus einem Big Air Kicker, einem spektakulären Gap Jump und dem traditionellen, aber von Ridern und Publikum wenig beachteten VW Rail. Am Start waren 23 Skifahrer und 15 Snowboarder (ja, wie die Zeiten sich ändern. Mehr Skier als Boarder), einige davon Profis, der Rest bemerkenswerte Amateure. Die Publikumsbeteiligung bei der Quali war wie erwartet nicht wirklich monströs. Macht aber nix, die würden ja dann wohl zu den Finals kommen. Dafür bekamen wir ungestört und frei beweglich ein paar nette Fotos ab.



Resumée: Ein fettes Wow! für die Rider, wurscht ob auf einem oder auf zwei Bretteln. Vor allem, wenn man bedenkt, dass hier nicht nur Freestyle-Profis unterwegs waren. Auch für die Organisatoren vom Imperium Gastunum gibt’s ein dickes Plus. Für keinen Eintritt kriegt man hier doch ein bisserl was geboten. Ist vielleicht nicht grad ein superprofessioneller Air & Style, aber das muss ja nicht immer ein Nachteil sein. Einzig die Moderation hätt etwas mehr Pep vertragen können oder zumindest mal den Zuschauern erklären, dass bei einem Freestyle-Contest keine Schweigepflicht herrscht. Die Stimmung tümpelte also leider eher im unteren Bereich der Applausometer-Skala.



Irgendwann bekamen wir dann kalte Füße und begaben uns auf der Suche nach Ess- und Trinkbarem Richtung Ort. Im Mine erster Zwischenstopp auf ein Bier, also Beer, weil wir sind ja in Little Sweden.



Danach kamen wir am Weg noch weiter runter am Silver Bullet vorbei. Und das war’s. Weiter kamen wir nicht. Weil mein Kenner-Ohr sofort erkannte, dass im Silver Elton Bolton zugange war. Ein Tipp: Falls du jemals in Gastein die Frage „Hast du Telefon?“ hörst, heißt das: Elton Bolton ist im Lande. Und Elton Bolton ist spitzenklasse und ein absolutes Muss. Drei Schweden covern Musik, rocken in kürzester Zeit jede Hütte und sprechen sehr lustiges Deutsch und das so gut, dass man sie einfach gern haben muss. Also rein ins Silver, „Ja, ich habe Nummer 1-2-3“ gebrüllt und vergessen, dass man vor fünf Minuten noch vor Hunger gestorben ist.





Mein Liebster gewann dann noch einen Schnaps und die große Sympathie von Elton Bolton, weil er schon so alt ist, dass er „Under Pressure“ nach zwei Takten nicht für „Ice Ice Baby“ hält. (Ui, das gibt Schläge. Hab dich lieb, Schatzi!)



Und dann war eigentlich eh schon wieder Zeit. Nach einem Kebab in meiner Snowboardlehrer-Zeiten-Kebab-Stamm-Hütte standen wir schon wieder auf der flutbelichteten Buchebenwiese, inzwischen mit Verstärkung von zwei alpengluehenden Kärntner Madeln.






Jetzt waren’s zwar schon ein paar mehr Menschen im Publikum, die Stimmung war nur leider auch nicht viel besser als bei der Quali, weil die Leute es irgendwie bevorzugten, nur blöd zu schauen und maximal „Wow!“ in sich rein zu raunen, wenn sie einen Trick wirklich gut fanden. Der Contest war jedenfalls blitzschnell vorbei.





Danach warfen sich die Wiener Tonkünstler Cosmic Juice auf die Bühne und überzeugten mit einem durchaus ansprechenden Hip Hop-Funk-Reggae-Cocktail.




Die Siegerehrung war dann einigermaßen unspektakulär und zwang mich vor allem zu einer Erkenntnis. „Verdammt, sind die alle jung!“ Bei den Snowboardern, standen die beiden besten Rookies (also unter 18-Jährigen) Christoph Schaidreiter und Robert Wallner auch gleich mal auf dem Erwachsenen-Podest, geschlagen nur von Max Weikl, der mit seinen 23 auch nicht grade ein Methusalem ist. Und bei den Freestylern auf Skiern sah die Sache auch nicht viel besser aus. Altersmäßig natürlich. Die Podestplätze haben sich Patrick Hollaus und die beiden Tobis Gratz und Tritscher redlich verdient.



Danach zog es uns noch mal ins Silver Bullet, in das wir überraschenderweise noch problemlos reinkamen. Aber nur weil Elton Bolton noch nicht da war.



Eine Stunde und ein paar Biere um stolze 4.20 EUR später gestaltete sich die Szenerie schon ein wenig anders. Weniger entspannte Pub-Atmosphäre, mehr Sardinen-Dose im Dampfgarer. Und da war dann plötzlich auch Elton Bolton wieder da und alle freuten sich bis spät in die Nacht.





Am nächsten Morgen erwachten wir im Appartementhaus Hotel Winkler in Bad Hofgastein. Einem angenehm günstigen Haus, dafür stimmig im entzückenden Stil der 70er Jahre gehalten, sprich graubraune Teppiche stilsicher kombiniert zu Eichenholzfurnier, blaßgelber Struktur-Tapete und oliv-grün-grau-braunen Kratz-Vorhängen. Da fällt dieser Morgenstund hat Gold im Mund-Gedanke ein bisserl schwer, vor allem wenn man dazu noch einen Patzen Kater in der Birne hat. Dieser Umstand, die regennasse Straße und die Tatsache, dass ich Volltrottel meine Bankomat-Karte im schönen Kärnten und mein Schatz nur grade noch das fürs Zimmer nötige Bare in der Hosentasche hatte, verhinderten einen Schlossalm-Besuch, der eigentlich schon fix geplant war.

So ging sich grad noch ein Frühstück im wunderbaren Café Röck aus und dann blieb uns nur der Rückzug über die Tauern, der sich übrigens an An-Ab-Reisetagen ein bisserl zeitintensiver gestalten kann, weil nun mal nicht immer alle wartenden Autos auf einen Zug passen. War aber nicht so schlimm, weil sich die ÖBB an dieser Stelle überraschend flexibel präsentiert und der nächste Zug nicht erst fahrplangemäß in einer Stunde sondern so schnell wie möglich kommt.






Tja und damit war der kurze Ausflug in den Winter auch schon wieder vorbei. Auf der anderen Seite der Tauern übernahm dann bei 17 Grad und Sonnenschein eindeutig der penetrante Frühling wieder das Kommando.

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20 11 2008 10:35 | Schönen Vormittag
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