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22.Nov.2007 - 12:28, Kategorien: Bad Gastein
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Russische Stilblüten

Bad Gastein und die Russen - eine seltsame Liebesgeschichte. Aber sie funktioniert. Und weil die Russen genauso wie die Schweden ja ziemliche Gastein-Experten sind, gibt's da natürlich auch Spuren im Web. Entzückende in diesem Fall.

Und bevor jetzt irgendjemand herummotzt: Ja, ich weiß. Es ist äußerst beachtlich, dass ein Russe der deutschen Sprache fast fließend mächtig ist, von wegen überhaupt nicht verwandt usw. Ich genier mich eh, werd selber mal probieren russisch zu lernen und dann weiter sehen.

Aaaaber... es ist einfach zu lustig, als dass ich meine Entdeckung nicht mit euch teile.

Auf meiner täglichen Reise durch das World Wibe Web stieß ich auf eine herzerweichende Sammlung russischer Stilblüten. Ein poetischer Moskauer schildert uns seine Eindrücke von Bad Gastein (gefunden auf http://www.elfurs.com/?q=node/4, wer sich das Gesamtkunstwerk geben will)

Hier nur ein paar besonders schöne Stellen:

"Die ganze Stadt war als eine grosse Wanne zwischen den Bergen. Zeitweise aus
unter der Erde konnte man als die heissen Mineralwasser dampf die Rohre
sehen.

Ich erwachte frueh, lag im warmen Bett und beobachtete als die ersten
sonnigen Strahlen in zartgold Farbe die Fichten auf den Bergenspitzen ausmalten.
Es war eine von der Natur bestimme Zeit fuer mich: wenn die Fichtewipfeln noch
in den Schatten sind – frueh aufzustehen, wenn vergueldete die Sonne das
Drittelswaldes auf dem Berg – dann ist es Fruehstueckszeit."

Schmelz!

"Doch, verwirrte es mich ueberhaupt nicht, und im Gegenteil rief es die wilde
Begeisterung in mir aus, also ich bedenkenlos herunter auf der schwarzen Piste
die ungestueme Geschwindigkeit entwickelte. Ich fuerchtete keinen Zusammenstoss
und empfand nur die Glueckseligkeit und die Naturseinigkeit." (Naturseinigkeit ist hier mein absolutes Lieblingswort)

"Jeden Abend nach der Erspannung durchforsteten wir auf die Suchen des neuen
oesterreichischen Restaurants. Wir stiegen den gewundenen Fusspfades hinauf, die
mit dem Kies bestreut sind, gingen von einer Stadtshoehe auf anderen von den
schmalen Gassen zwischen den Steinwaenden und unterwegs lasen wir die
Strassenkarten, waehlend das Restaurant fuer unser Abendessen." (Da können sich ein paar Tourismustexter echt noch was abschauen...)

Und zum Abschied:

"Aber der Tag der Abreise naeherte sich unbarmherzig und mein Herz bedauertee
den baldigen Abschied. Eine stechende Wehmut durchzuckte mich. Ich wollte noch
drei Tage den Urlaub, aber meine Uhr war abgelaufen und der lautlose Zug fuehrte
mich schnell in den Flughafen."

Entzückend, oder?
Spaciba vielmals, kann ich da nur sagen.

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