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Wir sind Weltmeister!
Klettern ist schon ein besonderer Sport. Schließlich ist es eine der wenige Sportarten, bei der es wirklich nur auf den Sportler selbst, auf sein Können, seine Kraft und seine Konzentrationsfähigkeit ankommt. Das Material spielt beim Klettern eine untergeordnete Rolle, auch Wind und Wetter sind dem Kletterer weitgehend wurscht, weil’s immer irgendwo eine Kletterhalle in der Nähe gibt.
Das Klettervirus hat daher schon viele gepackt. An Felswänden genauso wie in Kletterhallen wird gekraxelt, was das Zeug hält. Kletterkurse boomen und der Beruf Kletterlehrer beginnt sich als Vollzeitjob zu etablieren. Auch hat sich in den letzten Jahren in Österreich eine ordentliche Profi-Riege herauskristallisiert, die ihr Klettervermögen in spektakulären Bewerben präsentiert und der internationalen Konkurrenz ordentlich Gas gibt.
Sehr ordentlich sogar! Österreich ist nämlich Weltmeister, auch wenn es kaum wer mitbekommen hat. Die blutjunge Tirolerin Anna Stoehr konnte am 23. September 2007 das Finale der Indoor-Bouldermeisterschaft im spanischen Avilés für sich entscheiden. Die 19-Jährige aus Rum bei Innsbruck schaffte nach einem etwas verpatzten Halbfinale gerade noch den Einzug ins Finale. Dort zeigte sie es dann allen und meisterte jedes „Problem“, wie’s in der Fachsprache heißt, gleich auf den ersten Versuch. Der Lohn war der Weltmeister-Titel.
Bouldern heißt übrigens das Klettern ohne Seil und Gurt an Felsblöcken, Felswänden oder in der Kletterhalle. Es sieht also noch ein bisschen aufregender aus als das „normale“ gesicherte Klettern. Nicht, dass es jetzt wirklich gefährlicher wäre. Schließlich werden Stürze ja durch ausreichend dicke Matten abgefangen und geklettert wird in "Absprunghöhe". Aber irgendwie wirkt die Seillosigkeit trotzdem ganz schön spektakulär.















