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14.Jan.2008 - 16:20, Kategorien: Heiligenblut
2 Kommentare |

Von wankenden Sternen und überraschenden Erkenntnissen

Ein Freund von mir wohnt in Heiligenblut und sekkiert mich jetzt schon seit Ewigkeiten, dass ich mir mal die Sternsinger bei ihnen anschaue. Irgendwann hab ich mich dann gefragt: Hm, warum will mir der bloß unbedingt einen Haufen singender kleiner Leute mit aufgemalten Schnurrbärten in Vorhang-Kleidern zeigen, die einen Holzstern vor sich hertragen? Da muss doch mehr dahinter stecken...

Na gut, ich ließ mich also breitschlagen. Mein Freund checkte mir ein Zimmer in einer kleinen Pension (Pension Bergkristall übrigens - super nett und wirklich günstig!!! Ganz heißer Tipp von mir.) und dann ging's eigentlich eh schon los.

Erkenntnis Nummer eins: der Weg von Bludenz nach Heiligenblut ist ein mühsamer, weil man irgendwie mit der Kirch ums Kreuz fährt, also ich mit meinem Skoda um die Hohen Tauern. Irgendwann nach 5 Stunden war ich dann aber doch da (5 Stunden von Vorarlberg an die Kärntner Westspitze! Wahnsinn!) Aber es hat sich ghörig auszahlt.

In Heiligenblut wurde ich wärmstens in Empfang genommen und gleich einmal in die gute Stube im Elternhaus meines Freundes verfrachtet. Nach dem zweiten Schnaps waren dann auch die schlimmen Strapazen der Autofahrt vergessen und alles war gut.

Als ich mich dann so gegen 8 in meine Pension verdrücken wollte, ist meinem lieben Freund die Lade ein bissle runtergfallen. Da fuhr ich extra ewig lang nach Heiligenblut und dann wollte ich mir die Sternsinger nicht einmal anschauen? Es war der 5.Jänner, 8 Uhr abends. Aber ok, die Sternsinger, kommen noch. Dann warten wir eben.

Wir kommen nun zur Erkenntnis Nummer 2: Sternsinger haben in Heiligenblut nichts mit den bemalten Burschen und Mädels zu tun, die im restlichen Österreich hektisch alle Türen abklappern, ihre Sprüchlein runterbeten und ein Liedlein trällern, damit sie ihre Tour möglichst noch vor Anbruch der Dunkelheit fertigbekommen und zu einer halbwegs jugendfreien Zeit daheim im Bett sind. In Heiligenblut sind die Sternsinger ausgewachsen, haben wenn, dann echte Bärte und dürfen Alkohol trinken (was sie auch tun, manchmal...) Das einzige, was sie mit den restösterreichischen Sternsingern gemeinsam haben, ist der Stern. Allerdings war der Stern bei den Sternsingern, die dann um 11 Uhr nachts doch bei uns eintrudelten, kein hoher, leuchtender mehr. Eher ein tiefergelegter, etwas wankender, der sich auch noch drehte, aber es war jedenfalls ein Stern. Und gesungen haben die Sternsinger auch. Eindeutig Sternsinger, also. Keine Diskussion.



Meine Müdigkeitsattacke war damit auch durchtaucht und so beendete ich den Abend so, wie alle anderen richtigen Heiligenbluter auch. In gemütlicher Runde bei dem einen oder anderen Gläschen. Schön war's! Mach ich wieder.

Kommentare (2)

pippi, 15.01.2008 - 10:44:38

Ich bitte tausendmal um Verzeihung! Natürlich wollt ich den Lienzer Sternsingern hier weder ihre Existenz, noch ihren guten Willen absprechen. Außerdem verneige ich mich natürlich tief vor allen kleinen und ausgewachsenen Sternsingern dieses Landes, die sich jeden Jänner wieder durch die grausliche Kälte plagen im Dienste der guten Sache. Und der Spaß oder Schnaps, den der Brauch ganz einfach mit sich bringt, ist da selbstverständlich mehr als verdient.

Also: Weiter so, ihr jungen und ein bisschen älteren Sternsinger in allen Ecken dieses Landes. Und lasst euch die Zuckerle, Schnäpse oder auch einmal ein gutes Glas Weihwasser weiterhin gut schmecken...

Orti, 14.01.2008 - 06:26:16

Einspruch Euer Ehren!

Muß dir leider wiedersprechen! Nicht in ganz Restösterreich sind die Sternsinger zickende, stotternde, nervige, kleine Kinder!
Nicht unweit von Heiligenblut, im schönen Land Tirol - bessergesagt in der Dolomitenstadt LIENZ-OSTTIROL, gibt es unter anderem ebenfalls erwachsene Sternsingergruppen.
Zu einer von denen gehöre auch ich, und das seit mittlerweile 20 Jahren ohne Unterbrechung. Angefangen als Kind und.....wer weiß wie lang ich das noch durchhalte.
Ich glaub wir singen nicht weniger gut, wobei ich aber auch sagen muß, von den Heiligenbluter Sternsingern schon gehört zu haben.
Und das leidige Problem, das Mann als Erwachsener eben hat, ist der Alkohol an diesen Tagen.
Es soll aber auch schon vorgekommen sein, daß die Hausleute anstatt dem Schnapsl, versehentlich die Flasche mit Weihwasser in die Hand nahmen. Als wir gefragt wurden, ob wir schon so geeicht wären, daß wir unser Gesicht nicht verziehen,lachte ich und antwortete: Endlich amol a Wasser!
Daß es dann ein richtiges Schnapsl gab und einen als Draufgabe zur Entschuldigung, war vorprogrammiert.

Aber alles in allem steht die gute Tat und die frohe Botschaft im Vordergrund.
Ob von erwachsenen Männern oder Frauen, von Kindern oder Jugendlichen überbracht. Sie opfern ihre kostbare Freizeit für diesen schönen Brauch und helfen damit solchen menschen, denen es nicht so gut geht wie uns hierzulande.

In diesem Sinne.....

20 C + M + B 08

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