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Obir-Höhlen in Bad Eisenkappel
"Ingrid, wonn gemma denn in die Obirtropfsteinhöhlen?" Ich hab meinem Patenkind Jakob (4 Jahre, Berufswunsch: Rettungssanitäter, Feuerwehrmann und Polizist.) versprochen mit ihm in die Obir-Tropfsteinhöhlen zu gehen, sobald er groß genug dafür ist.. "Ich bin jetzt schon 4e, also schon groß. Kumm, gemma!".
Gesagt getan... Da sehr schlechtes Wetter angesagt war, haben wir eine Führung reserviert (einfach per Telefon od. hier) und sind dann am Samstag nach Bad Eisenkappel gefahren.
Mit dem Obir-Express gehts rauf auf 1078 Metern Seehöhe, auf die Nordseite vom Hochobir. Oben angekommen begrüßt uns gleich das Höhlen-Team, schneller Check der Eintrittskarte, "Gruppe A, also noch 5 Minuten bis zur Führung!". Kurz noch die tolle Aussicht genießen und dann gehts auch schon los. Höhlenführerin Andrea begrüßt uns, jeder bekommt einen Schutzhelm, wir sind die grüne Gruppe, nur unser Schlussmann Robert hat einen roten Helm. Nach dem Gruppenfoto und dem Gruß der Bergleute "Glück auf!!" - gehts los.. rein in den 8°C kühlen Stollen.
Zuerst gehts durch die 240 m lange Wilhelms-Galerie, hier bekommen wir einen Einblick in das Leben unter Tag: vorbei am Gebetsstock der heiligen Barbara (Schutzpatronin der Bergleute), und an den zahlreichen Schauvitrinen mit Werkzeugen, die man früher im Berg verwendet hat. Langsam bekommen wir einen Eindruck, wie schwer das Leben im Berg gewesen sein muss ("Schau, Jakob, die haben früher gar keinen Strom gehabt, nur Petroleum-Lampen."). Dann sehen wir einen kleinen Film, wie die Bergleute früher im Berg Sprengungen durchgeführt haben und so eigentlich durch Zufall die Tropfsteinhöhlen entdeckt haben. Hier mach ich mir ein bisschen Sorgen, ob unsere deutschen Gäste dem Eisenkappler Dialekt gewachsen sind.. Aber es gibt ja die Bilder. Kino in der Höhle - cool.
Und dann ists so weit... wir betreten die Indische Grotte. Es ist einfach nur faszinierend.. die knapp 2 Meter hohe, Jahrtausende alte Pagodensäule, und die eindrucksvollen Sinterfahnen an den Wänden.
Leider ist das Fotografieren verboten, aber nicht weil es den Tropfsteinen schaden würden wie Andrea erklärt... Nein, sondern weil es in der letzten Zeit immer mehr Unfälle gegeben hat, weil sich die Besucher zuweit über die Absperrung gelehnt haben. Letztes Jahr hat sich sogar jemand den Fuß gebrochen, deswegen: nix mit fotografieren ... Am liebsten würde man die Tropfsteine anfassen, weil so schön unwirklich ist. Aber nein, darf man ja nicht... Jakob: "Die Andrea hat gesagt, des darf man nicht angreifen, weil du hast auf deine Finger Dreck und des mocht die Tropfsteine kaputt!" Ausserdem ist er schon Experte bei Stalaktiten und Stalagmiten und Sinterfahnen.
Weiter gehts in die - meiner Meinung nach - imposanteste Höhle... Zur "Orgel"... den Namen hat diese Höhle von dem meterhohen Wandsinter, der an eine Kirchenorgel erinnert. Plötzlich wirds finster... und die ersten Töne von Bach's "Toccata und Fuge d-moll" erklingen. Egal ob musikalisch veranlagt oder nicht, dieser Moment garantiert Gänsehautfeeling. Jakob ist da ganz meiner Meinung ("Ingrid, des is voolle schen."). Über die Lange Grotte erreichen wir die Wartburg. Auf einer Art Beamer-Wand (bin leider technisch nicht so versiert...) sehen wir einen Film, der uns zeigt, wie groß die Obir-Höhen sind... und hinten schimmern die Tropfsteine schimmern durch...
Weiter gehts in die letzte Station, die kleine Grotte.. hier sehen wir einige ganz seltsame Exemplare von Tropfsteinen, die wirklich bizarre Formen haben. Andrea erklärt: "Hiermit haben wir das Ende der Führung erreicht, wir werden jetzt zusammen zum Ausgang der Höhle gehen und dann kurz durch den Wald zum Stolleneingang retourwandern. Und ich habe noch eine kleine Überraschung für Euch: ich habe dort meinen Helm auf den Boden gelegt, dort wartet eine kleine Überraschung auf Euch, es lohnt sich hinzuknien und zu schauen! Ganz bestimmt!" Also alles retour. beim Helm stauts sich ein bisschen, als wir endlich an der Reihe sind, wissen wir auch warum... Wir sehen einen kleinen Sintersee, 50 Zentimeter tief und ca 10 m lang. Es sieht aus, wie in 1001 Nacht. Jakob und ich sind uns einig, sowas Schönes, mystisches ist ganz ganz selten. Ein bisschen verzaubert verlassen wir die Höhle durch einen alten Stolleneingang.
Beim Zurückwandern merken wir, wie müde wir schon sind. Kein Wundern haben wir doch über 900 Stufen in Angriff genommen!! Draussen fängts an zu tröpfeln.
Als wir wieder in den Bus einsteigen, schaut Jakob mich an: "Ingrid, gemma bold wieda in die Höhle?" Wir sind uns sicher, es war nicht das letzte Mal...
Der Höhlenexperte.. *g*ps: Weitere Fotos folgen.. ich war nämlich vorige Woche nochmals in der Höhle und da die meisten Leute Journalisten waren, war das Fotografieren diesmal erlaubt.. Ich hab ja gesagt, ich war nicht das letzte Mal in der Höhle.













